• Leben in Kenzingen
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Der Bürgermeister informiert

Bürgermeister Matthias Guderjan
Bürgermeister Matthias Guderjan
Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
einschließlich dieser Ausgabe hat Kenzingen aktuell in diesem Jahr 51 mal kostenlos und zeitnah über Ereignisse in der Stadt und ihren Einrichtungen, über anstehende Veranstaltungen und aktuelle Angebote informiert.

Für diesen kostenlosen Service Dank allen Inserenten, dem Primo Verlag Stockach, allen Austrägerinnen und Austrägern sowie Frau Ruth Winterle, die im Rathaus seit vielen Jahren für die Redaktion sorgt. Diese letzte Ausgabe von Kenzingen aktuell im Jahr 2017 soll neben einem Blick auf die vergangenen zwölf Monate auch einem Ausblick nach 2018 dienen.

Für unsere Stadt geht ein Jahr zu Ende geht, in dem Gemeinderat und Verwaltung nach Kräften am Erhalt und der Verbesserung der Lebensqualität und des Wohnwertes hier gearbeitet haben.
Gleich zu Jahresbeginn wurde die Leistungsfähigkeit des Internets mit Glasfaserkabel bis zu den Multifunktionsgehäusen deutlich erhöht und nach Jahren gemeinsamer Anstrengungen wurden von der Deutschen Bahn Lärmschutzwände entlang der Rheintalschiene errichtet, die nicht nur die unmittelbaren Anlieger endlich ein Stück weit vom Schienenlärm entlasten. Im April konnten die Sozialwohnungen in der Franzosenstraße ihrer Bestimmung übergeben werden. In nur zehn Monaten erbaut, sind sie zur Unterbringung von Flüchtlingen an den Landkreis vermietet und werden später dem allgemeinen Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen. Und zum Jahresende schließlich konnte das sozialpsychiatrische Pflegeheim in der Wiesenstraße in Betrieb genommen werden.

2017 wurden erneut rund 1 Mio. Euro in die Schulen investiert: Die Grundschule wurde mit neuen Fenstern und Jalousien ausgestattet, im Gymnasium wurden die Fachräume Physik von Grund auf erneuert und die Üsenberghalle erhielt eine zeitgemäße LED-Beleuchtung. In Bombach wurde die Kindertagesstätte saniert, in Hecklingen erhielt das alte Schulhaus ein neues Dach und in Nordweil startete die Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes.

Letzteres ist mit insgesamt rund 6 Mio. Euro veranschlagt und wird Einwohner, Ortschaftsrat, Gemeinderat und Verwaltung über 2018 hinaus bis ins Jahr 2021 fordern. Im August 2017 begonnen, macht der Neubau der neuen Kindertagesstätte Franziskanergarten samt zweier Wohngruppen für Senioren gute Fortschritte, die Bauzeit wird indes noch das ganze Jahr 2018 in Anspruch nehmen. Allein die Kindertagestätte ist mit 3 Mio. Euro veranschlagt. Noch weiter in die Zukunft reicht der Flächennutzungsplan des Gemeindeverwaltungsverbandes Kenzingen Herbolzheim, der im September beschlossen wurde. Zeitlich näher und ganz konkret ging die Planung voran für die Bereiche Lebensmittelmarkt Nord II, die Umsiedlung von Aldi und die Ansiedlung eines DM-Marktes betreffend, das Baugebiet Breitenfeld IV sowie Kapellenäcker 3 in Hecklingen.

Im Jahr 2018 beginnen wird die Umgestaltung der Hauptstraße, nachdem der Gemeinderat der fortgeschriebenen Planung im Juli 2017 zugestimmt hat. Im Zusammenhang mit der Förderung der Stadtsanierung und damit eben auch der Hauptstraße durch das Land ist ein Gesamtstädtisches Entwicklungskonzept darzulegen, zur Mitarbeit daran lud ein Bürgerforum im Oktober ein. Eingeladen war die Bürgerschaft 2017 auch zu den Veranstaltungen und Märkten in der Stadt. So war das Historische Altstadtfest aus Sicht der aktiven Teilnehmer ein ebenso schöner Erfolg wie das 6. Holzbildhauersymposium im Alten Grün oder etwa das Jahreskonzert der Stadtkapelle in der Üsenberghalle, und der Weihnachtsmarkt zum Auftakt des Advents zuletzt war ebenfalls sehr gut besucht.
Die Bürgerschaft beteiligen, mitnehmen, ist unverzichtbar für ein lebendiges Gemeinwesen. Dazu gehören neben Festen natürlich Veranstaltungen wie das Bürgerforum zum Entwicklungskonzept, das Seniorenforum oder das Jugendforum, das 2017 erstmals zweimal stattfand. Dazu gehört auch die Bürgerreise, die im 10. Jahr der Städtepartnerschaft nach Vinkovci führte, nachdem eine Delegation aus Kroatien zum Stadtfest zu Gast in Kenzingen war.

Teilhabe und Beteiligung der Bürger am öffentlichen Leben, an Entscheidungen auf den verschiedensten Gebieten, fortwährende Investitionen in die Infrastruktur der Stadt, unablässige Arbeit an der Qualität der Kinderbetreuung und der Schulen, kommunaler Klimaschutz: Die Stadt stellt sich zum Wohl der Einwohnerschaft den Herausforderungen der Zukunft.
Und dennoch hinterlässt das Jahr 2017 einen zwiespältigen Eindruck. Zum einen sorgt die Wirtschaftslage für steigende Einkommen, für anhaltenden Wohlstand und Vollbeschäftigung in der Region. Zum anderen zeugt das Ergebnis der Bundestagswahl im September von einer offensichtlichen Verunsicherung vieler Menschen. Ist es wirklich möglich, dass die 2015 und 2016 ins Land gekommenen Flüchtlinge, von denen rund 150 in Kenzingen leben, so viele Menschen auch hier veranlassen, rechtpopulistisch zu wählen? Erfährt nationalstaatliches Denken deshalb  und angesichts des Gefühls der vermeintlichen Bevormundung durch die Europäische Union hier ähnlichen Anschub wie in Polen, Tschechien, Ungarn oder Österreich? Schüren die internationale Lage, etwa die Verlautbarungen aus Washington, Ängste? Oder geht es uns einfach so gut, dass es künftig zwangsläufig nur schlechter werden kann?

Der seit Jahrzehnten anhaltende Zuwachs an Wohlstand hat in unserer Gesellschaft eine Vollkasko- und Betreuungsmentalität genährt, nach der die öffentliche Hand und damit eben auch die Stadt Kenzingen gegen möglichst alle Lebensrisiken absichern und die Betreuung der Menschen durch Dritte von der Wiege bis zur Bahre gewährleisten soll. Die Verantwortung des Einzelnen für seine Lebensumstände, seine Familie, die Erziehung der Kinder, sein Eigentum wird mehr und mehr der Gesellschaft übertragen. Dieses auch von der Politik genährte Selbstverständnis schlägt sich nieder in der Anspruchshaltung gegenüber der öffentlichen Hand und in schwindendem Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Gemeinschaft. Vor der eigenen Haustür kehren oder an der Ortsputzete mitwirken, Ge- oder Verbote im Verkehr beachten, in Schule, Kindertagesstätte oder im Verein mitarbeiten – das kommt für viele Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht in Frage. Wenn Engagement, dann nur in eigener Sache, ansonsten ist der Ruf auch nach der Stadt oftmals der einfachere Weg.

Das gilt natürlich nicht für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger: Deshalb ein großes Dankeschön der Stadt allen ehrenamtlich im gesellschaftlichen und kulturellen Leben Tätigen, die in der Kommunalpolitik, der Feuerwehr, dem Roten Kreuz, der Flüchtlingsbetreuung, in den Kindertagesstätten und Schulen, den Kirchengemeinden und Vereinen, in der Jugend- und Seniorenarbeit für unsere Gemeinschaft wirken und Dinge leisten, die die Mitarbeiter der Stadt zu leisten nicht in der Lage sind, denen unabhängig davon natürlich auch der Dank der Bürgerschaft gilt. Dank zudem dafür, dass Kenzingen 2017 erneut vor großen Unglücken bewahrt wurde.

Allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern wünsche ich besinnliche und friedvolle Weihnachten, erholsame Feiertage sowie einen guten Start in das Jahr 2018. Zum Neujahrsempfang der Stadt am 6. Januar um 17 Uhr im Bürgersaal des Rathauses lädt für den Gemeinderat und persönlich ganz herzlich ein

Ihr Matthias Guderjan
Bürgermeister

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