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Der Bürgermeister informiert

Bürgermeister Matthias Guderjan
Bürgermeister Matthias Guderjan
vor zwei Wochen wurde der rundum neu gestaltete Schulhof der Grundschule seiner Bestimmung übergeben und die Schülerinnen und Schüler, die Eltern und Schulleitung zeigten sich von den neuen Unterrichts-, Spiel- und Bewegungsange-boten begeistert.

Fast zeitgleich konnte die Sanierung des Sanitärtraktes der Üsenberghalle abgeschlossen werden und Ende Mai soll die Erneuerung der Aula des Gymnasiums fertig gestellt sein. In der Summe wurden dann seitens der Stadt innerhalb eines Jahres rund 2,4 Mio. Euro in das Schulzentrum investiert.

Zum Jahresbeginn bereits hat die neue Kindertagesstätte Franziskanergarten in der Stadtmitte ihren Betrieb aufgenommen. 65 zusätzliche Plätze für Kinder ab dem 1. Lebensjahr bereichern das Angebot der Stadt. Nach Fertigstellung der Außenanlagen soll die rund 2,7 Mio. Euro teure Einrichtung im Juni mit einem Tag der offenen Tür der Einwohnerschaft vorgestellt werden. Dazu wird Anfang Mai der Naturkindergarten ‚Buntspechte‘ als Außenstelle des Kinderhauses im Fohrlenwald seinen Betrieb aufnehmen und weitere 20 Betreuungsplätze bieten. Damit hat die Stadt in gut einem Jahr mehr als 5 Mio. Euro in Kinderbetreuung und Bildung investiert, auch um ihrem Anspruch als familienfreundliche Stadt zu entsprechen.

Tatsächlich erfolgt die Unterstützung der Familien hier vor Ort auf weit vielfältigere Art und Weise:

So erhalten die Eltern Neugeborener unmittelbar nach der Geburt neben den Glückwünschen der Stadt Hinweise auf Beratungsmöglichkeiten und eine kleine Aufmerksamkeit für ihr Kind.

Dann ist die Kinderbetreuung bis zum Schuleintritt mittlerweile eine der umfassendsten städtischen Aufgaben überhaupt und Kern der kommunalen Familienförderung. Derzeit stehen in Kenzingen 476 Betreuungsplätze für Kinder ab einem Jahr zur Verfügung, darunter 44 Ganztagesplätze, 55 Krippenplätze, 59 Plätze in altersgemischten Gruppen und 239 Plätze mit verlängerter Öffnungszeit. Die jährlichen Kosten der Kinderbetreuung beziffern sich auf aktuell 3,6 Mio. Euro, nach Abzug der Nutzungsgebühren von rund 550.000 Euro und der Landesförderung in Höhe von knapp 800.000 Euro verbleiben 2,25 Mio. Euro, die die Stadt aus allgemeinen Mitteln trägt – umgerechnet 400 Euro pro Kind und Monat. Um das örtliche Angebot entsprechend dem Bedarf von Eltern und Kindern zu entwickeln, erstellt die Stadt jährlich Bedarfspläne. Erst jüngst wurden alle Eltern mit Kindern im Alter bis 5 Jahre gebeten, ihren Bedarf mittels zugesandtem Fragebogen anzumelden. Und dieser Bedarf an Betreuung hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen, vornehmlich für Kinder unter drei Jahren, aber auch was den zeitlichen Umfang der täglichen Betreuung angeht. Mit zusätzlichen Plätzen in beiden Bereichen trägt die Stadt dem Rechnung und prüft, inwieweit den angemeldeten Bedürfnissen weiter entsprochen werden kann. Grenzen setzen dabei die logistischen, räumlichen und personellen Möglichkeiten sowie die erheblichen zusätzlichen Kosten. Betreuung über den gesamten Tag hinweg, das ganze Jahr hindurch und schon im Alter auch von unter drei Jahren – der Hinweis auf den gesetzlichen Auftrag an die Kindertagesstätten sei gestattet: Zuerst sollen die Kinder in ihrer Entwicklung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten gefördert werden, an zweiter Stelle soll die Erziehung und Bildung in der Familie unterstützt und ergänzt werden und zuletzt soll den Eltern geholfen werden, Erwerbstätigkeit und Kindererziehung besser miteinander vereinbaren zu können. Das gilt es zu bedenken, wenn mehr und mehr Betreuung seitens der Stadt gefordert wird.

In den Kindertageseinrichtungen der Stadt sind derzeit 58 Beschäftigte tätig, im Bereich der Schulen arbeiten 15 Betreuungskräfte der Stadt.

Denn mit dem Schuleintritt bleibt die Stadt als Schulträger und in Sachen Betreuung verantwortlich: Ist das Land für die Schulleitung, die Lehrer und die Schulorganisation, den pädagogischen Teil, verantwortlich, kümmert sich die Kommune um die räumliche und sächliche Schulausstattung, den Bau und die Instandhaltung der Schulgebäude, die Bereitstellung des Inventars, das Schulsekretariat, die Schulsozialarbeit sowie die Kernzeiten- und die Ganztagesbetreuung. Derzeit beläuft sich der Zuschussbedarf der Schulen in Kenzingen bei 2,5 Mio. Euro Gesamtaufwand auf rund 1 Mio. Euro jährlich und auch hier wachsen die Anforderungen an die Betreuung und – etwa im Zuge der Digitalisierung – an die Ausstattung. Zudem wird die Betreuung während der Schulferien in großen Teilen von der Stadt, unterstützt durch die Kirchengemeinden und die Vereine, abgedeckt.

Ganzjährig umfassen die Angebote der Jugendarbeit zum einen die offene Jugendarbeit im Jugendraum mit Begegnung, Workshops und Jugendbeteiligung, sowie die Skateranlage, die Spiel- und Bolzplätze. Zum anderen unterstützt die Stadt ihre Vereine und Organisationen durch gezielte finanzielle Förderung gerade der Jugendarbeit, hier wurden die Leistungen ganz aktuell erhöht. Dazu stehen den Vereinen zu diesem Zweck die Sportstätten der Stadt unentgeltlich zur Verfügung und ermöglichen damit in vielen Fällen deren Jugendarbeit ebenso erst wie viele Arten der sportlichen Betätigung von Erwachsenen.

Spielstraßen, verkehrsberuhigte Bereiche, Bauleitplanung: Nicht nur für junge Familien gilt es einerseits, Wohnraumbedarf und Wohnumfeld bereitzustellen ohne andererseits zu schnell zu wachsen und dabei die vorhandene Infrastruktur und die Umwelt zu überfordern. Aber auch hier: Die Stadt vergibt städtische Bauplätze nach Kriterien, die junge Familien mit Kindern besonders berücksichtigen und trägt sich zudem mit dem Gedanken, gegebenenfalls selbst erneut im Wohnungsbau aktiv zu werden.

Der Anspruch Familienfreundlichkeit lässt sich auch festmachen an der Quote der Teilzeitbeschäftigten des Arbeitgebers Stadt: Von ihrer rund 160-köpfigen Belegschaft arbeitet mehr als die Hälfte in Teilzeit und familiäre Bedürfnisse werden dabei nach Möglichkeit berücksichtigt.

Bei all dem ist die Familienfreundlichkeit nicht nur auf junge Familien mit Kindern sondern auch auf die Gruppe der Senioren ausgerichtet. Die Stadt unterstützt das örtliche Seniorennetzwerk, bietet seit einem Jahrzehnt das Seniorenforum als Beteiligungsmöglichkeit und steht in regelmäßigem Kontakt mit dem Seniorenbeirat. So konnten besondere Belange dieser Bevölkerungsgruppe regelmäßig abgearbeitet werden – zuletzt etwa wurde die Beschaffung des Bürgerbusses beschlossen. Dankenswerter Weise ist die Stadt zudem mit Pflegeheimplätzen und Betreutem Wohnen gut versorgt, allein bei der Tagespflege besteht Nachholbedarf.

All das soll zeigen: Die sozialen Leistungen der Stadt gerade auch für Familien haben in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen und sollen nach Möglichkeit auch weiter verbessert werden. Der damit verbundene Anstieg der Aufwendungen ist erheblich und er erfolgt in einer Zeit, in der die Kommunen finanziell so gut gestellt sind wie selten zuvor. Das wird nicht immer so bleiben und weiter steigende Anforderungen oder etwa der Ruf nach gebührenfreier Kinderbetreuung gehen immer auch zu Lasten der Leistungsfähigkeit der Stadt. Und am Ende zahlt die Gemeinschaft aller Bürgerinnen und Bürger, weiß

Ihr Matthias Guderjan
Bürgermeister

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