Kenzingen erinnert gemeinsam mit französischen Freunden an die Résistance

Begleitet wurde die Gruppe von Bürgermeister Dirk Schwier, Bürgermeisterstellvertreterin Andrea Bold, Stadtrat Dr. Jürgen Hoffmann sowie Reinhold Hämmerle und Dr. Benoît Sittler.
Die Reise kam durch langjährige Kontakte zu Irène Epstein-de Cou, der Tochter von Alfred Epstein, zustande. Nach ihrem Besuch im April 2025 in Kenzingen mit Robert Pinel, Ehrenpräsident der „Association Mémoire Résistance Hautes-Baronnies“, folgte nun die Einladung nach Frankreich.
Im Mittelpunkt stand die Teilnahme an der offiziellen Gedenkzeremonie zu Ehren der Märtyrer des 22. Februar 1944 am Nationalen Mahnmal von Eygalayes. Die Delegation aus Kenzingen nahm an der Kranzniederlegung teil und erinnerte gemeinsam mit zahlreichen Gästen an die Opfer des französischen Widerstands.
Bürgermeister Dirk Schwier erinnerte in seiner Ansprache an der Gedenkfeier an das Schicksal Alfred Epsteins, der in Kenzingen geboren wurde und als Jude vor den Nationalsozialisten zunächst nach Luxemburg und später nach Frankreich fliehen musste. Dort schloss er sich der französischen Résistance an und wurde schließlich von den Nationalsozialisten ermordet. Schwier betonte, dass die heutige deutsch-französische Begegnung ein Zeichen der Versöhnung und der gemeinsamen Erinnerung sei. Gerade angesichts zunehmender antisemitischer, rassistischer und antidemokratischer Tendenzen sei es wichtig, Demokratie, Menschenwürde und Freiheit entschlossen zu verteidigen.
Bereits am ersten Tag wurden die Teilnehmenden in Buis-les-Baronnies herzlich von Robert Pinel, Evelyne Gauthier, Yves Blanc sowie Vertretern der Stadt empfangen.
Ein weiterer Höhepunkt war das Treffen mit Schülerinnen und Schülern des Collège Henri Barbusse in Buis-les-Baronnies. Die Jugendlichen aus Kenzingen präsentierten dort die Biografie Alfred Epsteins sowie ihr Stolpersteinprojekt. Anschließend stand ein gemeinsames Boule-Spiel auf dem Programm. In Eygalayes traf die Gruppe zudem eine Schulklasse des Lycée Amblard aus Valence. Gemeinsam folgte man auf dem „Pfad der Freiheit“, den Spuren des Widerstandskämpfer Laurent Pascal.
Auch die Geschichte der Region spielte während der Reise eine wichtige Rolle: In Lachau besuchte die Gruppe eine Ausstellung über die Maquis von Izon-la-Bruisse, vorbereitet von den Vereinen „Le Luminaïre“ und „Mémoire Résistance HB“. Zum Abschluss führte der Geschichtsverein von Buis durch die Altstadt und erinnerte unter anderem am Hôtel du Lion d’Or an die Judenrazzia vom 21. Mai 1944.
Die Fahrt verband eindrucksvoll historisches Lernen, internationale Begegnung und gelebte Erinnerungskultur.




