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Spende aus Kenzingen: Feuerwehrfahrzeug erreicht umkämpfte Region in der Ukraine

Übergabe des Feuerwehrfahrzeugs
Übergabe des Feuerwehrfahrzeugs
Veröffentlicht am Donnerstag, 20. Februar 2025
Ein ausgemustertes Feuerwehrfahrzeug aus Kenzingen hat nach einer rund 2200 Kilometer langen Fahrt seinen neuen Bestimmungsort in der Ukraine erreicht. Die Stadt Otschakiw, mit ähnlicher Größe wie Kenzingen, die sich zwischen Odessa und Charkiw in einer umkämpften Region befindet, erhielt das dringend benötigte Löschfahrzeug.

„Es ist ein Fahrzeug, das ab der Ankunft konkret hilft“, betonte Lucas Kimmi. Die Idee zur Spende entstand, als Kimmi auf Bürgermeister Dirk Schwier zuging, um eine Möglichkeit zu finden, das ausgemusterte Fahrzeug sinnvoll weiterzuverwenden. Die Stadt Kenzingen hat bereits Erfahrung mit humanitärer Hilfe: Bereits im Kroatienkrieg unterstützte sie Vinkovci mit Hilfslieferungen. „Wenn wir Bürgerinnen und Bürgern in der Ukraine helfen können, dann sollten wir das tun“, erklärte Schwier.
Um die logistische Herausforderung zu meistern, wandte sich Schwier an Daniel Reinhardt, einen ehemaligen Kenzinger, der sich im Verein „Piece for Peace e.V.“ engagiert. Der Verein unterhält enge Kontakte in die Ukraine und konnte beim Transport nach Otschakiw unterstützen. Dort sind Feuerwehrfahrzeuge mit robuster Technik dringend erforderlich, da sie auch unter schwierigen Bedingungen einsatzfähig bleiben. Das gespendete Fahrzeug, ein LF 16/12 aus dem Baujahr 1991, war in Kenzingen lange unter dem Namen „Florian 44“ im Einsatz und begleitete Generationen an Feuerwehrleuten in ihrer Ausbildung und bei den verschiedensten Einsätzen. Da es jedoch die modernen technischen Anforderungen nicht mehr erfüllte, wurde es außer Dienst gestellt. Gerade seine „stabile rudimentäre Technik“ mache das Fahrzeug jedoch in einer Kriegssituation besonders wertvoll, erklärte Kimmi. Es kommt ohne komplexe Technik aus und kann mit handwerklichem Geschick vor Ort repariert werden. Die Übergabe des Fahrzeugs erfolgte bereits am 3. Februar in Otschakiw. Aus Sicherheitsgründen wurden Transportdaten und Routen im Vorfeld nicht veröffentlicht, wie Bürgermeister Schwier betonte. Bereits im November hatte Schwier in einer Videokonferenz mit seinem Amtskollegen Serhiy Bychkow aus Otschakiw über die Situation vor Ort
gesprochen. „Es ist schon ein beklemmendes Gefühl, in einem warmen Büro zu sitzen, während das Gegenüber in einem abgedunkelten Raum in ständiger Alarmbereitschaft ist“, berichtete Schwier über das Gespräch. Die Spendenaktion soll nicht die letzte gewesen sein. Die Stadt Kenzingen plant eine weitere Hilfsaktion, insbesondere für das örtliche Krankenhaus. „Wir werden uns weiter um Unterstützung bemühen“, versprach Dirk Schwier. Mit der erfolgreichen Ankunft des Feuerwehrfahrzeugs hat Kenzingen ein klares Zeichen der Solidarität gesetzt – und konkrete Hilfe geleistet, wo sie dringend benötigt wird.